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SELBSTBEWUSSTSEIN!


Nach meinem letzten Post wurde ich gefragt, wie das Mentale mit dem Selbstbewusstsein zusammenhängt. Die Frage lässt sich nicht mit drei Sätzen beantworten.

Ich selbst habe lange Zeit gebraucht, bis ich mir meines SELSBT bewusst war. Diese Bewusstwerdung geschah nicht über einen spirituellen, religiösen, esoterischen oder meditativen Weg. Er geschah ausschließlich über meinen Verstand. Ich lernte ihn anders zu gebrauchen und beobachtete seine Funktionsweise.


Sich mit dem SELBST zu beschäftigen, hat ebenfalls nichts mit einer philosophischen Spielerei zu tun. Es hilft, das eigene ICH in dieser Welt aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen.

Die inneren Kämpfe mit diesem Kobold - dem EGO - im Kopf werden beendet. Ebenso die Kämpfe mit dem, was wir im Außen erleben.

Es hilft Lebenskrisen, egal welcher Natur, schneller zu überwinden. Das Ego ist sehr trickreich, Sie immer wieder zu überprüfen - aber dazu später.


Über Jahrzehnte hinweg habe ich an mir selbst gezweifelt, glaubte nicht gut genug zu sein. Neigte dazu, mich und auch andere zu kritisieren, zu bewerten (abzuwerten) und zu vergleichen.

Ein Teufelskreislauf. Um aus diesem Kreislauf herauszukommen, bestand meine Technik darin, mich selbst wichtig zu nehmen. Ich wirkte arrogant und überheblich. Erhöhte mich über die anderen.

Sie schieben dabei den Regler nur von einem Extrem ins andere, ohne jemals ein Gespür für Ihr SELBST zu bekommen.


Erst als mein Körper erkrankte, begann ich mich mit meinem EGO und mit meinem SEIN bzw. SELSBT zu beschäftigen. Dramen scheinen irgendwie der Katalysator in unserem Leben zu sein, damit wir beginnen, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Beginnen über uns selbst nachzudenken.

Der wunderbare Philosoph Hans Blumenberg drückte es sehr treffend aus:

„In der Nachdenklichkeit liegt ein Erlebnis von Freiheit.“


Zu Beginn meines Weges, erhielt ich zahlreiche Tipps:

  • Ich möge mich selbst lieben und akzeptieren.

  • Solle dankbar sein.

  • Mich nicht ständig mit anderen vergleichen.

  • Mich um mich selbst kümmern. Selbstfürsorge üben.

  • Ich solle mir realistische Ziele setzen.

  • Mich mit meinen Stärken und Schwächen auseinandersetzen.

  • Und und und……..


Nur was heißt, sich selbst lieben? Was ist LIEBE und was bedeutet SELBST? Wem soll ich dankbar sein? Meinem ICH, meinem EGO, meinem SELBST? Wie übt man Selbstfürsorge und was ist Realität?

Wo sollte ich bei all diesen Fragen beginnen, um das Knäuel in meinem Kopf aufzudröseln?


Beginnen wir mit dem ICH:

Das ICH, ein Gebilde aus Körper und Verstand. Dieser Verstand ist neugierig und will wissen.

Er steckt jedoch auch in einem Dilemma.

Auf der einen Seite, möchte er alles begründen und erklären. Wunderbar! Er kann erklären und begründen, warum wir fest auf dem Boden stehen und Objekte herunterfallen.


Nur warum will der Verstand Entscheidungen begründen und erklären, die nicht erklär- oder begründbar sind. (Bsp.: Ablehnung eines Bewerbers / einer Bewerberin trotz herausragender Qualifikationen. Ablehnung eines Lieferanten trotz erstklassigen Angebots, usw.) Nennen Sie es Intuition oder einfach ‚Sie haben es nicht gespürt. Punkt und Ende der Diskussion.


Der Verstand wird in zweierlei Hinsicht genutzt. Von der zweiten Variante empfehle ich Ihnen, sich zu trennen.


  1. Er ist genial in seiner Kreativität. Erschafft Kunstwerke in Musik, Literatur, Malerei. Er erfindet Lösungen in vielen Lebensbereichen und er wäre in der Lage, die eigenen Gedanken in Frage zu stellen. Die eigenen Glaubenssätze, Überzeugungen und Erwartungen. (Wenn wir ihn denn ließen!)


  1. Der Verstand erschafft auch das EGO, diesen nörgelnden Kobold im Kopf. Das EGO ist ängstlich und -ganz wichtig- in der Zeit gefangen. Seine Stützpfeiler sind Überzeugungen, Erwartungen und Bewertungen. Erwartet das Beste oder das Schlimmste. Erwartet sich Respekt und Wertschätzung und vieles mehr. Es wird schnell wütend, nimmt sich wichtig, kontrolliert gerne, will alles im Griff haben, ist mißtrauisch, sichert sich gerne ab und hat kein Vertrauen in das eigene Selbst. Dieses EGO konstruiert Szenarien, denkt sich allerlei aus und handelt immer auf Basis der Angst. Es engt das ICH ein. Es dominiert das ICH und hat keine Interesse am SELBST. Es hindert das SELBST, sich durch das ICH zu entfalten.


DAS EGO MISSBRAUCHT UNSEREN GENIALEN VERSTAND!

Vereinfacht ausgedrückt, steht das EGO zwischen dem ICH und dem SEIN / SELBST.


Das SELBST:

Das SELBST / SEIN hingegen kann ich nur spüren, Ich kann es nicht mit Worten oder Bildern fassen. So wie ich Gott oder Liebe nicht in Worte fassen kann. Hegen Sie eine Abscheu gegen das Wort Gott, nehmen Sie ‚Allumfassende Intelligenz‘.

Formulieren wir Selbstbewusstsein einmal um:


Das SELBST weiß um sein SEIN oder Gott weiß um seine Göttlichkeit.


Nehmen wir einmal an, dass das SEIN / SELBST ist in der Unendlichkeit oder ist die Unendlichkeit. Es gibt da weder einen Anfang noch ein Ende - also keinen Raum. Ebenfalls gibt es dort keine Zeit.

Wie gesagt, wir können es nicht beweisen. Nur jeder von uns „spürt“, dass es da etwas Größeres geben muss, als dieses in Zeit und Raum befindliche ICH.


Bedauerlicherweise ist das Wort Gott von allen Religionsrichtungen mißbraucht worden. Es gibt weder einen strafenden noch einen gütigen Gott. SELBST - SEIN -GOTT sind nur Worte, um etwas, was wir nicht begreifen können, mit Worten zu erfassen. Ich wiederhole mich. Wir können dieses Ungreifbare und Unaussprechliche nur spüren.


Versuchen wir das SEIN / SELBST noch näher zu betrachten:

  • Es ist in sich perfekt

  • Es kann weder größer noch kleiner gemacht werden.

  • Es kann weder gestärkt noch geschwächt werden.

  • Das SELBST / SEIN kann sich in der Raum- und Zeitlosigkeit nicht selbst erfahren.


Daher benötigt das SELBST das ICH, um sich in dieser Welt zu erfahren.

Da der Verstand ständig arbeitet - das ist nun einmal seine Aufgabe, so wie ein gesundes Auge etwas sehen möchte, lassen Sie ihn anders arbeiten. (Sie können ihn nicht durch Meditationstechniken abschalten.) Drehen Sie den Spieß um. Nicht das Ego reitet den Verstand, sondern der Verstand macht das EGO lächerlich und lässt sich somit nicht mehr von ihm dominieren. Ihr genialer Verstand kann alle Aussagen des EGO’S ad absurdum führen. Sie hören ihm einfach nicht mehr zu. So wie Sie die Hintergrundmusik in einem Kaufhaus auch irgendwann nicht mehr hören. Es kommt der Moment, da dieses ständig sprechende Etwas im Kopf seine Kraft verliert.


Wege im Alltag zum Selbstbewusstsein


Nehmen Sie Ihren Verstand - ihr Mentales - und überprüfen sie alle Aussagen, die Ihnen das Ego über Sie erzählt. Keine der internalisierten Überzeugungen, Erwartungen und Bewertungen besitzt irgendeinen Wahrheitsgehalt. Sie haben es in der Hand, Ihrem Ego die Basis zu entziehen.

Dann beginnen Sie Ihr Selbst zu spüren. Alles was mir mit dem Wort SELBST verbinden.

  • Selbstbewusstsein

  • Selbstsicherheit

  • Selbstbefreiung

  • Selbstverantwortung


Ihr ICH in dieser Welt, wird es Ihnen danken. Das ICH spürt sein einzigartiges SELBST und handelt danach, ohne jede Handlung begründen und erklären zu müssen. Das ICH hat eine direkte Verbindung zum SELBST.


So weit die Theorie. Um das in das tägliche Leben zu übertragen, bedarf es Mut, Hingabe und Disziplin. Das alte Ego-Denken aus Kampf und Angst in Frage zu stellen, ist zu Beginn nicht einfach. Wir haben es nie gelernt. Schlummert in Ihnen jedoch das Gefühl „Irgendwas stimmt hier doch nicht? Was soll das Ganze?“ - dann sind Sie bereits auf der richtigen Spur.


Mein eigenes ICH macht tagtäglich Erfahrungen in dieser Welt. Manche heiße ich herzlich willkommen. Bei anderen frage ich mich: Wieso? Was soll das jetzt?

Auch mir passiert es noch, dass sich das Ego zurückmeldet und verärgert ist, weil es sich getäuscht fühlt oder sich scheinbare Erwartungen nicht erfüllt haben.

Ich weiß jedoch, es will mich nur überprüfen, ob ich meinem SELBST treu bleibe oder wieder in die alten Muster aus Angst, Kampf und Kontrolle zurückfalle. In die alten Muster aus Opferdasein und Jammern.

Die Menschen, die in den letzten 20 Jahren zu mir kamen und sich diesen mentalen Herausforderungen gestellt haben, gesundeten nicht nur körperlich, auch verschwanden sämtliche Stresssymptome. Es ist ein Paradigmenwechsel im Kopf. Nicht der große Knall, wo Sie am nächsten Tag als Erleuchteter oder weiser Guru durch die Welt gehen. Es ist ein langsam heranreifender Positionswechsel, der auch mit Rückschlägen verbunden ist.

Es geht nicht um Perfektion oder Erfolg, sondern um HINGABE.


Unterstützen Sie nun Mitarbeiter:innen in einem Unternehmen, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen, verändert sich die Dynamik in der Firma.

Wenn Sie sich die Mitarbeiter:innen mit ICH - EGO - SEIN beschäftigen passiert etwas mit ihnen:


  • Der innere Kobold (das EGO) wird kleiner. Glaubenssätze und Überzeugungen, Erwartungen und Bewertungen verschwinden aus ihrem Denksystem. (ACHTUNG: Nicht umwandeln von (-) in (+) - sondern eliminieren.

  • Somit verschwinden Sorgen und Ängste.

  • Da Dein Kobold Deinen Verstand nicht mehr stört, wird Deine Kommunikation klarer und direkter (ohne Kommunikationstraining)


(Beispiel: Wenn ich einen Misthaufen als Misthaufen benenne, ist es, weil ein Misthaufen nun einmal ein Misthaufen bleibt. Wenn ich im Job anmerke, dass eine Aufgabe unerledigt geblieben ist, mache ich das, weil die Aufgabe unerledigt geblieben ist. Darin liegt keine Bewertung und am uninteressantesten sind Begründungen, warum es nicht erledigt ist.)


  • Sie machen die Dinge aus sich heraus, weil sie erledigt gehören. Das Motivationsspiel gehört der Vergangenheit an. (Für Kinder noch ganz wichtig. Bei Erwachsenen sollte es keine Bedeutung haben.)

  • Sie sind nicht mehr auf den Respekt oder die Wertschätzung anderer angewiesen. Sie respektieren und wertschätzen sich selbst!

  • Sie steigen aus dem Feld von Befindlichkeiten aus.

  • Sie nehmen alle Herausforderungen und Aufgaben des Lebens an - mögen Sie noch so unangenehme erscheinen.

  • Sie handeln nicht mehr aus diesen Emotionen der Rache, Wut oder Ärger. Aus Angst oder Sorge.

  • Sie brauchen niemanden mehr von irgendetwas überzeugen.

  • Sie stellen Ihre eigenen Handlungen nicht mehr in Frage.

  • Sie führen, ohne zu führen - aus einem anderen Mindset heraus. (Dazu wird es einen separaten Artikel geben)


Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich der Blick mehr auf Sie richten wird - wie es so schön heißt, nach innen - und dann nach außen. Derzeit versuchen wir immer das Außen zu verändern. Die Resultate dabei sind überschaubar, wenn ich von oben die Menschen und die Welt blicke.



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