Emotionen besitzen keine Intelligenz

Seit über 30 Jahren lässt man uns glauben, wie wichtig unsere Emotionale Intelligenz sei. Nur, Emotionen verfügen über keine Intelligenz - sie sind alles andere, nur nicht intelligent. Sie verbessern weder Ihre soziale Kompetenz, lassen Sie nicht emphatischer werden, noch wird Ihr Selbstbewusstsein dadurch gestärkt. Vermutlich regt sich erst einmal ein enormer Widerstand bei meinen Aussagen. Ich postuliere das jedoch nicht, um Sie zu provozieren.

Lösen wir uns von unseren Emotionen und verbinden uns mit dem was wir spüren, findet ein Paradigmenwechsel in unserem Denken und Handeln statt. Es ist ein anderer Daseinszustand. Die Wirkung ist, angstfreier zu denken und vernetzter zu handeln.


Aus dem weiten Feld der Gehirnforschung wissen wir, dass der Neocortex, dem wir den Sitz unseres Verstands zuordnen, neuronale Verbindungen mit unseren emotionalen Zentren hat. In meiner Betrachtungsweise, vermeide ich eine detaillierte wissenschaftliche Terminologie, auch spreche ich nicht über bewusste und unbewusste Wahrnehmungen. Ebensowenig wird zwischen Emotionen und Gefühlen unterschieden. All diese vielen Begrifflichkeiten verwirren nur, sie tragen nicht zu einer Erhellung bei.


Halten wir fest: es gibt neuronale Verbindungen zwischen diesen emotionalen Zentren und unserem Verstand. Was macht dieser Verstand nun, wenn er Emotionen, wie Wut, Ärger oder Sorge wahrnimmt? Der Verstand ist sehr geschickt darin, all diese Empfindungen zu legitimieren. Er kann sie begründen, erklären und rechtfertigen.

Selbst die Emotionen der Freude und des Glücks kann er genau beschreiben.

Mit der Hilfe unseres genialen Verstands können wir all unseren Emotionen, ob den Positiven oder Negativen, auf den Grund gehen. Jeder von uns kann herausfinden, ob sie einen Wahrheitsgehalt besitzen. Um das herauszufinden, fangen Sie an, sich Fragen zu stellen.

  • Welche Erwartung steht hinter meinem Ärger und stimmt die unerfüllte Erwartung?

  • Wozu dient mir meine Erwartung? Macht Sie mich besser, oder größer? Gibt sie mir recht?

  • Was erzählt mir meine Sorge über mich?

  • Stimmt meine Scham oder Schuld? Brauche ich das Gefühl, schuldig zu sein?

  • Welche Hoffnung oder Überzeugung verbinde ich mit meinen Emotionen?

  • Hilft mir meine Emotion zu einer inneren Klarheit? Im Denken als auch im Handeln?

Je unnachgiebiger Sie Ihren Verstand nutzen und nachfragen, desto unweigerlicher die Erkenntnis, dass die Basis all Ihrer Emotionen die ANGST ist.

Angst, nicht zu genügen. Angst nicht wahrgenommen zu werden. Angst etwas / jemanden zu verlieren. Angst, nicht geliebt zu werden. Die Angst kann brillant argumentieren und ist auf Verständnis bei anderen aus. Sie unternimmt alles nur Denkbare, damit sich Ihr Verstand nicht von den Emotionen befreit.

Angst ist die Grundlage aller Emotionen, selbst die der Positiven.

Wie kann es sein, dass positive Gefühle etwas mit Angst zu tun haben können? Wir genießen doch Momente der Freude und des Glücks. Es gibt doch sogar Seminare zur Steigerung von Lebensfreude und Glück. Was ist daran falsch?

Falsch ist daran überhaupt nichts! Es ist aber nur der süßlich schmeckende Gitterstab meines emotionalen Gefängnisses.


Unterziehen Sie auch so genannte positive Emotionen, wie Freude und Glück einer eingehenden Untersuchung. Jeder von uns wünscht sich, dass diese Momente so lange anhalten, wie nur möglich. Wir sind bereit, eine Menge Aufwand dafür zu betreiben. Wenn wir genau hinschauen, verbirgt sich auch hinter diesen positiven Gefühlen die Angst. Wir möchten das Glück und die Freude festhalten. Sie sollten am Besten gar nicht mehr vergehen. Wir wissen, dass sie vergänglich sind und trotzdem versuchen wir, sie festzuhalten.

Das Eine versuchen wir zu vermeiden. Das Andere versuchen wir festzuhalten. Interessanterweise beschäftigen wir uns mehr mit dem zu Vermeidenden als mit dem Gewünschten. Das Ganze ist irgendwie verknotet und erscheint paradox.


Nehmen Sie einmal die Bewertung von positiv und negativ bei der Beschreibung von Emotionen weg. Was bleibt übrig? Einfach Emotionen und die scheinen uns wie Abhängige zu beherrschen. Sämtliche Strategien, Emotionen intelligent zu managen, müssen daher scheitern. Angst lässt sich nicht managen. Wir können sie nur als gedanklich mentales Konstrukt erkennen und durch eine Form von mentaler Autolyse zersetzen.

Das ICH, unser Ego, hat kein Interesse, sich von Gewohntem zu trennen. Wieso auch? Emotionen sind der Treibstoff für unser ängstliches, egobasiertes Verhalten. Wir können über diesen Mechanismus erwachsene Menschen wie Kinder behandeln und steuern. Wollen Sie das?

Ein weiterer Aspekt von Emotionen ist unser Wunsch nach Sicherheit. Allgemein wird Sicherheit im Außen gesucht. Wahrhaftige Sicherheit werden Sie aber schlussendlich nur in sich finden.

Glaubenssätze, Überzeugungen, Erwartungen und ihre emotionalen Geschwister, vermitteln eine scheinbare Sicherheit. Wir sind von ihnen überzeugt und halten daran fest. Sie verleiten uns dazu, in gut und böse, in richtig und falsch zu unterteilen. Sie bewerten unser Verhalten. Schaffen Gruppenzugehörigkeit oder schließen Menschen aus. Wir sind in einem Maße in unseren Bewertungen gefangen, dass wir uns selbst nicht mehr spüren. Je machtvoller unsere innere Bewertungsinstanz ist, umso wütender werden wir anderen gegenüber, die sich nicht so verhalten, wie wir es von ihnen erwarten.

Wut ist unproduktiv - Wut zerstört

Nehmen wir uns die Zeit und betrachten das Wesen der Wut etwas genauer. Wie wollen Sie die Wut, eine der giftigsten Emotionen, intelligent behandeln und in eine produktive Energie verwandeln? Sie vernebelt allein auf Grund ihrer hormonellen Ausschüttung jegliche Klarheit. Sie können nicht mehr klar denken, geschweige denn klar handeln. Es geht auch nicht darum, die Wut „in sich hineinzufressen“. Das schadet auf längere Sicht Ihrem Körper.


Damit Wut weder außen noch innen Schaden anrichtet, haben wir uns mit der Wurzel der Wut zu beschäftigen. Mit den Erwartungen und der Angst die dahinter liegt. Auch hier wieder: Stellen Sie sich nicht alltägliche, für Sie eventuell unangenehme Fragen. Fragen Sie sich, ob Sie sich nach dem Anfall besser fühlen, glücklicher und freudvoller sind? Wenn ja, dann fahren Sie fort, Ihrer Wut weiterhin freien Lauf zu lassen.

Erst wenn Sie zutiefst angewidert sind von solchen Anfällen, macht es Sinn, den Prozess des Befragens zu beginnen.


(Anmerkung: ICH und Ego sind bei mir Synonyme. Das ICH konstruiert ein Bild von mir, wie ich zu sein habe und wie ich mich im Leben verhalten sollte. Setzen Sie durch Ihre permanenten Fragen Ihr ICH dem emotionalen Entzug aus, beginnen Sie sich zu spüren. Was das heißt, erkläre ich später.)

Führungskräfte sind weder emotionslos noch emphatielos

Eine weitere Frage, die sich gleich daraus ergibt: Was passiert mit mir, wenn ich mich dem Prozess der mentalen Autolyse unterziehe und allen Emotionen die Grundlage entziehe? Wie sieht mein Leben dann aus? Sind wir nicht ohnehin schon von so vielen emotionslosen, im allgemeinen Sprachgebrauch meinen wir emphatielosen Menschen umgeben?

Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich Sie erneut zum Nachdenken anregen. Menschen in Führungspositionen, ob in Politik oder Wirtschaft, sind hochemotional. Sie haben nur gelernt, sich Masken zuzulegen. Masken der Eitelkeit und Wichtignahme, Masken der scheinbaren Autorität und Macht auf Grund Ihrer Funktion. Hinter all diesen Masken jedoch verbirgt sich Angst. Angst, Fehler zu machen. Angst, Schwäche zu zeigen. Angst, all das zu verlieren, was mühsam erkämpft wurde.


Führen Sie sich das vor Augen und Sie werden erkennen, dass ein Großteil der von Führungskräften getroffenen Entscheidungen aus einem Gefängnis der Angst und- jetzt bin ich wieder bei den Emotionen- aus einem emotionalen Gefängnis heraus getroffen werden.

Angst hat Systeme der Kontrolle, des Kampfes, der Konkurrenz, der Bewertung und des Missbrauchs geschaffen. Angst führt in der letztendlichen Konsequenz immer zu Zerstörung und Krieg!

Im bestehenden Paradigma, scheint es unmöglich zu sein, Emotionen als ein Relikt zu betrachten, das der Entsorgung bedarf. Wir schaffen lieber Wissenschaften, die uns erklären wie wichtig Emotionen für unser Leben sind. Denken uns so etwas wie den EQ aus und appellieren, diesen zu entwickeln.

Entwickeln Kontroll- und Bewertungssysteme, deren wissenschaftliche Vorzüge uns vermittelt werden. Angeblich, um Ihr Karrierewachstum und Ihr Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Die Beschäftigung damit tut keinem weh. Solange Sie sich im Spielfeld der Emotionen aufhalten, sind Sie kontrollier- und steuerbar. Darüber hinaus lässt sich vortrefflich miteinander diskutieren, wie diese Systeme „zum Wohle aller“ verfeinert werden könnten. Entwicklung findet somit nur auf einer horizontalen Ebene statt, niemals auf einer vertikalen. Es erinnert an das Buch 1984 von George Orwell. Sie spüren (inneres Wissen), dass an diesen Aussagen etwas nicht stimmt, doch Sie spielen mit. Alle spielen ja mit, so bleibt Ihnen nichts anderes übrig als auch mitzuspielen. Sie können vielleicht Ihr inneres, emotionales Gefängnis in rosarot anstreichen. Nur Veränderung findet darin keine statt. Ein Paradigmenwechsel erst recht nicht.

Das Phänomen des Spürens

Jetzt komme ich zur Beantwortung der Frage, was mit Ihnen passiert, wenn Sie sich dem Prozess der mentalen Autolyse unterziehen und sich von allen Emotionen verabschieden.

Aktuell leben wir noch im Paradigma der Emotionen. Alles lässt sich darin erklären und begründen. Zahlen, Daten und Fakten sind deren Grundlage.

Das am Horizont erscheinende neue Paradigma ist das des Spürens. Sie können darin nicht alles erklären und begründen.

Unser Verstand ist auf das erklär- und begründbare trainiert. Daher fällt es ihm zu Beginn auch nicht leicht, das Unerklärbare zu akzeptieren und daraus zu handeln. Dabei ist, sich selbst zu spüren unser natürlicher Zustand.


Bei diesem Vorgang, „Raus aus den Emotionen - Rein in das Spüren“ findet ein Paradigmenwechsel statt. All die Spiele und Tänze um das Kalb der Emotionen sind auf einen Schlag beendet. Es katapultiert Sie in einen anderen Daseinszustand.

Was hat das Sein in der Wirtschaft zu suchen?

Um das Spüren näher zu erläutern, spreche ich etwas an, worum wir eher einen großen Bogen machen. Wir sind der Meinung, dass Begriffe wie Sein und Alleinheit, nicht mit Wirtschaft und Politik kompatibel sind. Um solche Themen mögen sich bitte Philosophen, Kirchen oder irgendwelche spirituellen Lehrer:innen kümmern. Sie haben im harten, realen Leben nichts zu suchen! Oder vielleicht doch?

Mit dem Prozess der mentalen Autolyse, erscheint das Sein von selbst. Mentale Autolyse bedeutet, seinen Emotionen die Legitimität zu entziehen und Sie wissen dann, wer Sie sind.

Sie brauchen dieses Sein nicht zu suchen, es findet Sie.

Nur werden Sie niemals eine Antwort auf die Frage, wer Sie sind, geben können. Das Sein können Sie nur spüren. Sie nehmen Signale wahr und setzen diese in die Tat um.

Wenn man sich nie damit beschäftigt hat, erscheint das erst einmal gewöhnungsbedürftig, weil Sie kein klares Bild mehr von sich haben. Wir sind darauf trainiert, klare Bilder von uns zu projizieren, wie wir von unserem Umfeld wahrgenommen werden wollen.

Nachdem das Sein Sie gefunden hat, beschäftigen Sie sich automatisch mit Fragen der Alleinheit, Unendlichkeit und Endlichkeit. Sie wissen auf einmal darum.

Eine tiefe Gewissheit, eine nicht erlernte bzw. anerzogene, nimmt von Ihnen Besitz. So als ob Sie aus einem Vogelnest fallen und fliegen könnten.

Die Herausforderung besteht darin, diesen Schutzwall der emotionalen Welt, zu entfernen. Ihr bestehendes ICH wird nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen. Seit Jahrzehnten dient es brav, gemäß der mentalen Programmierungen, die Sie installiert haben. Und Emotionen sind die Urkraft für Ihr Ego.

Entfernen Sie Schritt für Schritt die Steine aus dem Schutzwall, kommen Sie, wie gesagt, mit Ihrem Sein in Berührung.

Jeder von uns spürt, dass es etwas Größeres geben muss. Das ist von Natur aus in uns angelegt. Wir verdrängen es nur, weil wir so eingenommen sind von unserem Funktionieren in dieser Welt. Ausbildung, Beruf, Familie, Geld. Ab und an ein paar Vergnügungen und etwas Urlaub, um Kräfte für die weiteren Kämpfe zu sammeln. Da bleibt kein Raum, sich mit den existentiellen Fragen dessen, wer ich bin, zu beschäftigen.

Der Verstand, der bisher darauf trainiert wurde, alles begründen und erklären zu können, ist zu Beginn erst einmal zutiefst irritiert. Er möchte einen Beweis haben, dass das Spüren mehr Erfolg verspricht, als seine bisherige emotionale Welt. (Er pocht auf einen Beweis für die Erfolgsquote des Spürens, bevor er die bisherige, emotionale Welt zu verlassen bereit ist.)

Da der Verstand im Allgemeinen sehr neugierig ist, lebendig und beschäftigt werden möchte, stehen die Chancen gut, ihn als Forscher bzw. Forscherin für die eigene Gedankenwelt, zu nutzen. Mit der Zeit lernt der Verstand dem zu vertrauen, was er nicht erklären oder begründen kann. Er vertraut den Signalen, die er aus dem Sein wahrnimmt. Jetzt sind wir beim Vertrauen angelangt. Vertrauen heißt sich trauen! Der Verstand traut sich, Neues auszuprobieren.


Das macht es auch so schwer, das Unbegreifliche zu beschreiben. Worte sind dafür nur eine unbeholfene Annäherung an etwas so Großes, für unseren Verstand nicht erfassbares.

Mit dem Sein verbunden zu sein, lässt Sie um Ihre Einzigartigkeit wissen, ohne sich selbst eine besondere Bedeutung beizumessen. Sie sind sich Ihres Seins bewusst und dieses Bewusstsein ist die Grundlage unseres Daseins. Es ist Liebe. Wie gesagt, dieses Wissen um sein Sein, ist wort- und bildlos, ohne Gefühl von Raum und Zeit.

Um sich jedoch zu erfahren, braucht es mich als Menschen. Endlich in der Zeit und mit der menschlichen Hülle als Raum. Das Endliche verbindet sich mit dem Unendlichen.

Ich weiß, dass diese Aussagen, eine Menge an Fragen aufwerfen. Besonders wenn es um Liebe, Sein und Alleinheit in Politik und Wirtschaft geht - wo alles scheinbar rational und sachlich ist.

Salopp ausgedrückt: „Es ist kein großes Ding“, wenn Sie auf Ihr Sein treffen. Es bringt einfach Klarheit in unseren gedanklich überfrachteten Kopf.

So erging es vielen Menschen, die in den letzten 20 Jahren zu mir kamen und begonnen haben, ihre gesamte Art und Weise des Denkens in Frage zu stellen. Ich kann Sie nur ermutigen, etwas Neues auszuprobieren. Es gehört etwas Mut dazu, erlernte Gewissheiten in Frage zu stellen. Nur was sollte Ihnen schon passieren? Sie können jederzeit zu ihnen zurückkehren, falls Sie das dann noch wünschenswert finden.

Kinder wissen manchmal mehr als wir

Interessanterweise können Kinder sofort etwas mit diesen Aussagen anfangen. Für Kinder ist das ganz selbstverständlich und für jeden von uns war es auch einmal ganz selbstverständlich, im natürlichen Zustand zu sein. Wir werden nur dahingehend erzogen, es (dieses innere Wissen) schnell wieder zu vergessen. Wir sollen nicht träumen, sondern realistisch werden. Gib Dir Mühe, streng Dich an, sei gehorsam und denke an Deine Altersversorgung. Alles was wir von Natur aus wussten, ist auf einmal vergessen.


Irgendwann nagt jedoch etwas in uns. Fragt, ob wir uns unser Leben so vorgestellt haben? Suchen verstärkt nach einem Sinn in unserem Tun. Selbst Unternehmen beginnen vorsichtig nach dem Sinn zu fragen. Sinn hat etwas mit Sein zu tun. Also beschäftigen wir uns damit.

Sinn im bisherigen Glaubensparadigma, abgetrennt von unserem Sein, lässt sich nicht finden. Die Trennung findet durch unsere angstbesetzten Emotionen statt.

Emotionslos, dafür spürend zu handeln, besitzt folgende Qualitäten:

  • Ich nehme mich als einzigartiges Wesen wahr und in der Folge jeden Anderen ebenfalls

  • Ich spüre eine Sicherheit, die aus mir kommt - frei von äußerlichen Attributen

  • Klarheit im Denken und Handeln

  • Frei Handeln - ohne Ängste und Sorgen

  • Frei von Schuld und Scham

  • Frei von Attributen der Wichtignahme, Eitelkeit und und und……

  • Leben in einem Feld der Möglichkeiten

  • Spürbar und berührbar sein

Übrigens ist der Verstand die einzige Instanz, die Sie zu Handlungen befähigt. Daher brauchen wir ihn so dringend. Auch im neuen Paradigma!

Es gibt noch eine Reihe weiterer Qualitäten, die Sie alle nach und nach entdecken werden.

Aus dem Spüren heraus zu leben, wird Sie nicht sofort in einen vorparadiesischen Zustand versetzen. Das wäre zu einfach. Auch verschwinden nicht alle Schwierigkeiten auf einen Schlag, mit denen Sie bis dato beschäftigt waren. Nur wenn sie mit diesen konfrontiert werden, betreten Sie eine neue Ebene der Lösungsfindung, denen Vielfalt zugrunde liegt. Wir tendieren dazu, uns Sorgen zu machen. Sie sind in die Zukunft projiziert und sind nicht real, nehmen aber viel Energie in Anspruch. Auch nehmen Sie keine Probleme mehr im Kopf mit nach Hause, für die sie derzeit keine Lösung haben. Das mag sich sehr einfach anhören, bedarf jedoch ein wenig Übung.


Jedenfalls wird die Gemeinschaft „Club der Emotionen“, Ihre Kündigung nicht ohne Weiteres akzeptieren. Meine Empfehlung, wenn ich eine aussprechen darf: „Binden Sie nicht jedem auf die Nase, was in Ihnen gerade passiert“. Sie spüren von alleine, wie Sie mit Ihrem neuen Daseinszustand umzugehen haben und mit wem Sie darüber sprechen können. Da Sie niemanden mehr von irgendetwas überzeugen müssen, sollte Ihnen der Umgang mit „Noch Clubmitgliedern“ leicht fallen.

New Work - New Mental Activity

Zum Abschluss noch ein paar Worte für unsere Führungskräfte unter den Lesern:innen, was die mentale Autolyse für das Thema New Work bedeutet.

Ohne näher auf die aktuell sichtbaren Krisen in dieser Welt einzugehen, zeigen Sie uns sehr deutlich, dass die Unternehmen vor einem fundamentalen Wandel stehen.

Wenn wir Organisationen haben wollen, in denen Menschen eigenverantwortlich und selbstbestimmt arbeiten, haben wir uns von gewissen Glaubenssätzen zu verabschieden.

Selbstbestimmung und Eigenverantwortung sind mit Systemen der Kontrolle und Bewertung nicht kompatibel.


Linear denkende Unternehmen, die ausschließlich auf Daten, Fakten und Zahlen vertrauen und weiterhin auf interne starre Strukturen setzen, werden mit den zunehmenden Unsicherheiten und Unwägbarkeiten nicht umgehen können. Sie versuchen Planungssicherheit durch zunehmende Kontrolle und weiteren Druck auf die Mitarbeiter:innen zu erlangen. Kontrolle und Druck sind immer mit einem emotionalen, angstbesetzten Denken verbunden. Komplexität lässt sich nicht mit linearem Denken steuern.

Unternehmen, die den Mut aufbringen, das bestehende Führungsgefüge in Frage zu stellen und daran interessiert sind Komplexität und Unsicherheiten durch vernetztes Denken zu managen, werden mit den schwierigsten Situationen umgehen können.

Bevor Sie sich jedoch Gedanken über neue Strukturen und Organisationsformen machen, ist im ersten Schritt ein Paradigmenwechsel im Mind Set notwendig.

Die Führungsebenen haben erst diesen Paradigmenwechsel im Kopf zu vollziehen. Sie haben salopp ausgedrückt, ihrer Intuition einen größeren Raum einzuräumen. Um die vielen Puzzleteile an Information zu einem Gesamtbild zu vereinen, brauche ich die Qualität des Spürens. Auch nicht begründ- und erklärbare Informationen, haben in den Entscheidungsprozess einzufließen.

Vernetztes Denken ist spürendes Denken und mit den linearen Techniken schwer vereinbar.

Wie sich das Führungsverhalten durch diesen Prozess der mentalen Autolyse verändert, werden wir in einem separaten Artikel betrachten.

Nur soviel, sobald Sie sich selbst wieder vollumfänglich wahrnehmen können, spüren Sie auch Ihr Gegenüber. Sie wissen intuitiv, was zu sagen und wie zu handeln ist. Sie haben keine Angst mehr davor, krampfhaft ein künstlich erschaffenes Bild einer vermeintlichen Führungskraft aufrechtzuerhalten. Die bisher dafür aufgewandte Energie können Sie für kreative Entwicklungsprozesse nutzen.

Mit dieser Kompetenz können Sie Ihr Team oder Ihr Unternehmen auf eine neue Ebene des Miteinanders anheben. Sie unterstützen Ihr Umfeld, aus den Fängen der Emotionen zu kommen.

Dazu gehört Mut, weil wir nicht geübt sind, eigenverantwortlich und das bedeutet ohne kontrolliert und bewertet zu werden, zu arbeiten. Freiheit muss ausprobiert und geübt werden. Wie alles im Leben.

Das moderne Wort von New Work kann nur mit New Mental Activity realisiert werden.



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