Martin Juch
Martin Juch
Vom Funktionieren zur Freiheit: Die Entlarvung einer Illusion.
Wer mich heute erlebt, hält das oft für ruhig, klar, fast selbstverständlich. Das war es lange nicht.
Ich komme aus der Welt der harten Zahlen. Zehn Jahre Industrie-Sanierung. Verantwortung, Zeitdruck, Ergebnisse. Ich war perfekt darin, zu funktionieren.
Der Preis
Ich hatte ein klares Bild davon, wie ich zu sein hatte. Stabil. Kontrolliert. Leistungsfähig. Während mein Kopf noch Pläne machte, schrie mein Körper längst. Chronische Rückenschmerzen waren der Anfang. Irgendwann brach das ganze System zusammen.
Ich reagierte, wie ich es gelernt hatte: mit noch mehr Denken, noch mehr Analyse, noch mehr Optimierung. Heute weiß ich, dass genau das der Fehler war.
Gedanken sind keine Wahrheiten
Ein Leben lang habe ich versucht, die Welt über das Denken zu greifen. Bis ich merkte: Meine Gedanken waren nicht falsch. Sie waren unwahr. Eine eingeschliffene Schleife im Kopf, ein innerer Kobold, der Angst füttert, damit er weiter existieren kann.
Mit Anfang vierzig kippte das System. Kein großes Ereignis. Nach und nach fielen Rollen und Überzeugungen weg. Was blieb, war eine ungewohnte Stille – und eine messerscharfe Klarheit.
Was daraus wurde
Heute bin ich beweglicher und freier als mit dreißig. Ich habe aufgehört, meinem alten Ich zu glauben, diesem Kobold im Kopf. Mein Buch „Selbstoptimierung ist eine Lüge. Hör deinem Körper endlich zu." ist die Quintessenz aus dieser Geschichte.
Davor habe ich zwanzig Jahre als Schmerzspezialist gearbeitet und dabei gesehen, wie eng Verspannungen, Schmerzen und Krankheiten mit unseren inneren Mustern zusammenhängen – mit Erwartungen, mit Dogmen, mit dem ewigen Vergleich. Meine Arbeit speist sich aus einem Medizinstudium und fundierten Ausbildungen in Gestalttherapie, Transpersonaler Psychologie und Holotropem Atmen, kombiniert mit der Nüchternheit eines promovierten Autodidakten. Ich kenne die therapeutischen Welten gut genug, um ihre engen Grenzen zu sehen.
Was ich heute mache
Ich gebe weiter, was übrig bleibt, wenn man die ganzen Methoden wegräumt. In meinem Buch. In meinem Podcast, in dem ich mit echten Menschen über das rede, was sie wirklich beschäftigt. Und für die wenigen, die an dem Punkt sind, an dem mehr Wissen nicht mehr weiterhilft, begleite ich den Ausstieg aus dem Angst-Programm noch persönlich.
Sanft ist das nicht. Ehrlich schon.
